Matratzentypen – Matratzen für jede Schlafposition

Matratzen sollen den Körper stützen - Matratzentypen in der ÜbersichtEin Bett ist erst ein funktionelles und komfortables Bett, wenn es mit der richtigen Matratze und einem dazu passenden Lattenrost ausgestattet ist. An die Matratze werden zunächst zwei wichtige Anforderungen gestellt: Sie soll dem gesamten Körper beim Liegen bzw. Schlafen anpassen und gleichzeitig dem Körper jedoch auch eine gute Unterstützung geben. Die genannten Anpassungs- und Unterstützungseigenschaften der Matratze sollten auch in wechselnden Schlafpositionen erhalten bleiben.

Im Handel werden verschiedene Matratzentypen angeboten, die sich durch ganz unterschiedliche Eigenschaften, Vor- und Nachteile auszeichnen. In unserem Artikel finden Sie allgemeine Informationen über Matratzen und Details zu den Matratzentypen.

Wie bereits eingangs erwähnt, soll sich eine Matratze in jeder Schlafposition an den Körper anpassen. Dazu müssen schwerere Körperteile wie Hüfte oder Schultern tiefer in die Matratze einsinken können, wobei sie jedoch auf keinen Fall “durchhängen” sollten.  Matratzen dürfen auch nicht “nachfedern”.  Das Schlüsselwort in diesem Zusammenhang lautet: punktelastisch bzw. Punktelastizität. Matratzen sollten sich auf einen Punkt bezogen elastisch “verhalten” und ansonsten eher hart sein. Um die Punktelastizität einer Matratze zu testen,  kann man mit der Faust fest in die Matratze drücken. Eine punktelastische Matratze gibt dabei nur an der Stelle nach, an der die Faust Druck ausübt.

Liegt man auf dem Rücken auf der Matratze, soll diese der Form der Wirbelsäule folgen, welche weiterhin ein geschwungenes S bilden soll. Wenn man sich auf die Seite dreht, sollen Schulter und Hüfte nur so weit in die Matratze einsinken, dass die Wirbelsäule eine horizontale Gerade darstellt. Wählt man eine zu weiche Matratze aus, wird die Körperhaltung nicht ausreichend unterstützt. Der Körper sinkt in die weiche Matratze ein, was die Wirbelsäule negativ beeinträchtigt und häufig eine Ursache für Schlafstörungen ist. Wird eine zu harte Matratze ausgewählt, treten Schmerzen an den Auflagepunkten des Körpers auf.

Neben der Punktelastizität muss eine Matratze in der Lage sein, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben. Hierbei spielt eine ausreichende Luftzufuhr von unten – vom Lattenrost – eine wichtige Rolle. Um eine gute Schlafhygiene sicherzustellen, kann es sinnvoll sein, die Matratze mit einer Matratzenauflage auszustatten, die die Flüssigkeit zuverlässig aufnimmt, die während des Schlafs vom Körper in Form von Schweiß abgegeben wird. Besonders empfehlenswert sind hier Auflagen aus Schafwolle, die hervorragend Feuchtigkeit sowie Wärme regulieren und zudem antibakteriell wirken.

Die verschiedenen Matratzentypen und ihre Eigenschaften:

Latex-Matratzen

Latex-Matratzen sorgen für ein weiches und angenehmes Liegegefühl und haben die größte Punktelastizität. Sie zeichnen sich durch eine hohe Formstabilität aus. Latex-Matratzen sollten einen etwas dickeren Kern aufweisen, um die nötige Stützkraft zu erzielen. Trotz der relativen Weichheit von Latex wird der Körper beim Liegen optimal gestützt. Hochwertige Latex-Matratzen sind sehr langlebig und problemlos zehn Jahre haltbar.  Wie alle anderen Matratzentypen werden auch Latex-Matratzen in unterschiedlichen Härtegraden angeboten, so dass auch Menschen mit einem höheren Körpergewicht eine geeignete Matratze aus Latex finden.

Im Zusammenhang mit Matratzen ist auch immer wieder von der sogenannten Zonentechnik die Rede. Dank Zonentechnik wird eine ideale Anpassung der Matratze an den Körper erreicht. Bei Latex-Matratzen wird dieses durch unterschiedliche Lochstärken im Latex erzielt. Eine gute Latex-Matratze bietet sieben Zonen.


Kaltschaum-Matratzen

Kaltschaum-Matratzen haben dagegen ein sehr geringes Eigengewicht und eine weiche, samtige Oberfläche. Ihr Kern besitzt eine hohe Stützkraft und hat eine lange Lebensdauer. Weil jede Matratze regelmäßig gewendet werden muss, ist die Handhabung bei dieser Matratzenart etwas bequemer. Kaltschaum-Matratzen von guter Qualität haben ein Raumgewicht von 50- 60 kg/m3 und ihr Bezug sollte mit einem feuchtigkeitstransportierenden Material versteppt sein.


Viscoschaum-Matratzen

Viscoschaum-Matratzen passen sich durch die Körpertemperatur an die Körperform an. Bei diesen Matratzen “erinnert” sich das Material für einige Sekunden an die Belastung. Der Körper wird in jeder Lage ideal entlastet, was Rückenprobleme und andere Beschwerden mildert. Für Menschen, die sehr unruhig schlafen, eignen sich Viscoschaum-Matratzen in der Regel nicht, da es durch die in der Matratze gebildete “Liegekuhle” zu Bewegungseinschränkungen kommt.

Da Viscoschaum-Matratzen auf Temperaturen “reagieren”, sollte die Schlafzimmertemperatur im Idealfall leicht über 18 Grad liegen, damit die Matratze ihre positiven Eigenschaften optimal entfalten kann.

Die Viscoschaum-Matratzen sind ursprünglich als Produkte für Sanitätshäuser entwickelt worden, weil sie Bettlägerige einen optimalen Liegekomfort bieten. Heutzutage sind Viscoschaum-Matratzen aufgrund ihrer bemerkenswerten Eigenschaften in jedem guten Betten-Fachgeschäft zu finden.


Taschenfederkern-Matratzen

Bei den Taschenfederkern-Matratzen sind einzelne Feder in Vliessäckchen eingenäht. Sie haben eine sehr gute Punktelastizität und sorgen für einen permanenten Luftaustausch. Beim Klimakomfort sind die Taschenfederkern-Matratzen unübertroffen.


Federkern-Matratzen

Die Federkern-Matratzen bestehen aus einem Verbund aus Stahlfedern und einer umhüllende Polsterung. Sie sind im Preis etwas günstiger als die anderen Matratzentypen, können bei einer sehr geringen Punktelastizität jedoch etwas nachschwingen und die Körperbewegung zu wenig dämpfen. Von Orthopäden wird die Verwendung einer Federkern-Matratze deshalb nicht empfohlen. Bei einigen Federkern-Matratzen treten zudem nachgewiesenermaßen (Öko-Test-Jahrbuch “Bauen, Wohnen, Renovieren 2006″) künstliche Magnetfelder auf, die starke Abweichungen vom natürlichen Erdmagnetfeld aufweisen. Personen, die sehr empfindlich auf Magnetfelder reagieren, können so zusätzlich negativ im Schlaf beeinträchtigt werden.